wohlbemerkt:

"Im Anschluss an eine pro-Hamas Demonstration der Linksjugend Solid NRW haben Teilnehmer eine pro-israelische Kundgebung angegriffen. Die Polizei war von den antisemitischen Krawallen völlig überfordert. Am selben Tag waren 14 Leute festgenommen worden, weil sie einen Anschlag auf die Alte Synagoge Essen geplant hatten."

(via neology)

Kommunisten heute: Widersprüche nicht austragen, sondern ideell aufheben <3

(Quelle: mrbenwyatt, via winonaryderscrazyeyes)

Tags: La Roux Music

"In der Literatur werden folgende, für die Persönlichkeit des Transvestiten typische Eigenschaften beschrieben: Burchard: “Infantilität, Unbeständigkeit und Haltlosigkeit, intellektuelle Minderbegabung und mangelnde rationale Steuerung, autistische und asoziale Tendenzen u.a.m. Manche verfallen der Vagabondage, der Kriminalität, der Promiskuität, insgesamt der Wahllosigkeit des Handelns.” Diese Züge seien, so Burchard, eher als Rohmaterial anzusehen, welches überhaupt die Voraussetzung für das Einschlagen der transvestitischen Neigung liefere.
Thomä spricht von niedriger Intelligenz, niedrigem Reifegrad, mangelhafter Realitätskontrolle, zweifelhafter Sozialtüchtigkeit, hochgradiger Labilität und einer egozentrisch-extravertierten Affektivität. […]
Bleuler und Züblin stellten folgende häufig bei Klinefelter-Kranken anzutreffende Persönlichkeitseigenschaften fest: Labilität, Unselbständigkeit, herabgesetztes soziales Selbstbehauptungsvermögen, unterdurchschnittliche Intelligenz, völliges Fehler reifer sexueller Libido.
Nach J.H. Schulz ist das Verhalten der Kranken durch “niederes familiäres Niveau (Schwachsinn, Psychopathie) ungünstig vorbereitet; die Kranken sind vielfach scheu, energielos, träge und von ärmlicher Intelligenz; schläfrig ohne Initiative, ‘leben dahin wie große Kinder’, nicht selten mit einer ziellosen, passiven, mechanischen Tätigkeitsbereitschaft”. Und: “Umweltabhängigkeit kann bei diesen Individuen ebensowenig überraschen wie Neigung zu Entgleisungen.”
Mergen stellt fest, daß “chromatinpositive Männer (Klinefelter-Syndrom und Variationen) in puncto Verbrechen viel riskierter sind als Männer, die kein überzähliges X-Chromosom haben. […]” Man habe beim Klinefelter-Syndrom in 42 Prozent der Fälle Kriminalität zu erwarten."

— Willenberg, Hans: Das große Spiel. 1977, Heidelberg.

bukhanka:

"We went to Kineshma, that’s in Ivanovo region, to visit his parents. I went as a heroine and I never expected someone to welcome me, a front-line girl, like that. We’ve gone through so much, we’ve saved lives, lifes of mothers, wives. And then… I heard accusations, I was bad-mouthed. Before that I’ve only ever been "dear sister"… We had tea and my husband’s mother took him aside and started crying: "Who did you marry? A front-line girl… You have two younger sisters. Who’s going to marry them now?" When I think back to that moment I feel tears welling up. Imagine: I had a record, I loved it a lot. There was a song, it said: you have the right to wear the best shoes. That was about a front-line girl. I had it playing, and [his?] elder sister came up and broke it apart, saying: you have no rights. They destroyed all my photos from the war… We, front-line girls, went through so much during hte war… and then we had another war. Another terrible war. The men left us, they didn’t cover our backs. Not like at the front.” from С.Алексеевич “У войны не женское лицо”

 

In Soviet Union women participating in WWII were erased from history, remaining as the occasional anecdote of a female sniper or simply as medical staff or, at best, radio specialists. The word “front-line girl” (frontovichka) became a terrible insult, synonimous to “whore”. Hundreds thousand of girls who went to war to protect their homeland with their very lives, who came back injured or disabled, with medals for valor, had to hide it to protect themselves from public scorn. 

 

Und der Frühling ist gemordet
Und die Stille senkt sich nieder
Und ein Rabe krächzt im Norden -
Tot sind alle schönen Lieder

Auf zertret’nen Brillengläsern
Auf zerriss’nen roten Fahnen
Auch auf den Bahamaslesern
Und auf ihren weisen Ahnen

Stampft der Sieger der Geschichte
Und ganz vorne seine Mannschaft
Und es flackern alle Lichter
Und ein “Schlaaand!” zerreißt die Landschaft

(Und im Himmel schaut ein Engel
Runter von den Wolkenklippen
Flehend krampft er seine Hände
Weint - und zieht an einer Kippe)

"Die manische Erkrankung setzt in der Mehrzahl der Fälle unvermittelt ein. Der sonst so verhältnismäßig ruhige und anpassungsfähige Mensch wird plötzlich übermäßig heiter, geschäftig und aktiv. Er redet viel, macht dumme Witze, wird psychomotorisch unruhig und ist in seiner Aufmerksamkeit leicht ablenkbar, in seinem Denken ist er ideenflüchtig. Er neigt zu Exzessen des Trinkens von Alkohol, in sexueller Hinsicht und beim Einkaufen; häufig werden bedenkenlos Schulden gemacht. Er überschätzt seine eigene Leistungsfähigkeit, was sich bis zu Größenwahnideen steigern kann. Im Berufsleben wird er oberflächlich, disziplinlos und aufsässig; wie überhaupt Stimmungsschwankungen mit ausgesprochener Reizbarkeit auftreten. Er benötigt wenig Schlaf. […] Da die Hemmungen der manisch Kranken stark eingeschränkt oder sogar ausgeschaltet sind, verstoßen sie häufig gegen Anstand, Sitte und Gesetz."

— von Schumann, Hans-Joachim: Entschuldbare Eigentumsdelikte, Hamburg, 1975

"Die Materie ist räumliche Entfernung, leistet Widerstand, stößt sich dabei von sich selbst ab; das ist die Repulsion, wodurch die Materie ihre Realität setzt und den Raum erfüllt. Die Vereinzelten, welche voneinander repelliert werden, sind aber alle nur Eins, viele Eins; sie sind eins, was das andere. Das Eins stößt sich nur von sich selbst ab; das ist das Aufheben der Entfernung der Fürsichseienden, die Attraktion. Beides zusammen macht als Schwere den Begriff der Materie aus; die Schwere ist das Prädikat der Materie, welches die Substanz dieses Subjekts ausmacht. Die Einheit der Schwere ist nur ein Sollen, eine Sehnsucht, das unglückseligste Streben, zu dem die Materie ewig verdammt ist; denn die Einheit kommt nicht zu sich selbst, sie erreicht sich nicht. Wenn die Materie das erreichte, was sie in der Schwere sucht, so schwitzte sie in einen Punkt zusammen. Die Einheit kommt hier noch nicht zustande, weil die Repulsion ein ebenso wesentliches Moment der Materie ist als die Attraktion. Die dumpfe, finstere Einheit wird nicht frei; indem die Materie aber dennoch das Ineinssetzen der Vielen zu ihrer Bestimmung hat, so ist sie nicht so dumm als die Philosophen-sein-Wollenden, welche Eins und Vieles auseinanderhalten und hierin von der Materie widerlegt werden."

— Georg Wilhelm Friedrich Hegel: Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften im Grundrisse, Zweiter Teil: Die Naturphilosophie, Die Mechanik, Materie und Bewegung, Endliche Mechanik.

"Der Übergang der Idealität in die Realität kommt auch auf ausdrückliche Weise in den bekannten mechanischen Erscheinungen vor, daß nämlich die Idealität die Stelle der Realität und umgekehrt vertreten kann; und es ist nur die Gedankenlosigkeit der Vorstellung und des Verstandes daran schuld, wenn für sie aus dieser Vertauschbarkeit beider ihre Identität nicht hervorgeht. […] In der Größe der Bewegung vertritt […] die Geschwindigkeit, welche das quantitative Verhältnis nur von Raum und Zeit ist, die Masse, und umgekehrt kommt dieselbe reelle Wirkung hervor, wenn die Masse vermehrt und jene verhältnismäßig vermindert wird. Ein Ziegelstein für sich erschlägt einen Menschen nicht, sondern bringt diese Wirkung nur durch die erlangte Geschwindigkeit hervor, d.i. der Mensch wird durch Raum und Zeit totgeschlagen. – Die Reflexionsbestimmung von Kraft ist es hier, was, einmal für den Verstand fixiert, als ein Letztes dasteht und ihn hindert, weiter nach dem Verhältnisse ihrer Bestimmungen zu fragen. Aber dies wenigstens schwebt vor, daß die Wirkung der Kraft etwas Reelles, Sinnfälliges ist und daß in der Kraft dasselbe ist, was in ihrer Äußerung, und daß eben diese Kraft ihrer reellen Äußerung nach durch das Verhältnis der ideellen Momente, des Raums und der Zeit, erlangt wird."

— Georg Wilhelm Friedrich Hegel: Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften im Grundrisse, Zweiter Teil: Die Naturphilosophie, Die Mechanik, Der Ort und die Bewegung

Bonnie “Prince” Billy - I See A Darkness (Live)

- - - - - - - -

Well you’re my friend
(It’s what you told me)
But can you see
(What’s inside of me)
Many times we’ve been out drinking
And many times we’ve shared our thoughts
But did you ever, ever notice
The kind of thoughts I got
Cause you know I have a love
For everyone I know
And you’ve seen I have this drive
To live I won’t let go
But could you see it’s opposition
As it comes rising up sometimes
Sure you must see it
Come blacking in my mind

See, I see a darkness
And that I see a darkness
I see a darkness
I see a darkness
And did you know how much I love you
Is a hope that somehow you
Could save me from this darkness

Well I hope that someday, buddy
We have peace in our lives
Together or apart
Alone or with our wives
That we’ll stop our whoring
And pull the smiles inside
And light it up forever
And never go to sleep
My best unbeaten brother
This isn’t all I see

Oh no I see a darkness
Oh no I see a darkness
Oh no I see a darkness
Oh no I see a darkness
Did you know how much I love you
Has been a hope that somehow you
Can save me from this darkness

Escape From New York - Main Title

Trotzki: Genossen! Genossen, seid doch mal ruhig, so geht das doch nicht! Genossin Pawlowa, mach doch bitte das Grammophon aus, um Gottes Willen! Und du Paschka, hör auf, Wassilij zu beißen &#8230; Ist mir egal, wer angefangen hat. &#8230; So. Genossen, was ich noch sagen wollte: In letzter Zeit gibt es auch in unseren Reihen einige, die einer neumodischen, gefährlichen und über alle Maßen widerwärtigen Irrlehre anhängen. Damit meine ich die Vorstellung vom Staat als einer materiellen Verdichtung von Kräfteverhältnissen.Die Menge: Buh! Doloi! Doloi! (zu Deutsch: Weg damit!) Über alle Maßen widerwärtig ist das!Trotzki: Genossen! Wie sagte schon Goethe: Denn eben wo Begriffe fehlen, da stellt ein Wort zur rechten Zeit sich ein &#8230;Die Menge: Buh! Buh! Der Goethe! Der Goethe wieder! Diesen Goethe sollte man für solche Sätzchen - zack! - und ab nach Sibirien &#8230;Trotzki: Genossen! Halt! Der Goethe, der hat doch Recht!Die Menge: Achsooo &#8230;Trotzki: Ja, ist denn das noch ein Begriff des Staates? Sind denn das mehr als nur Worte, die jeder nachzuplappern im Stande ist, ohne was von der Sache zu verstehen? Nehmen wir die Rede von den Kräfteverhältnissen. Was sollen denn das für Kräfte sein, die da in Verhältnisse treten? Das sind doch keine Kräfte! Das sind doch Menschen aus Fleisch und Blut, wie du und ich. Die haben verschiedene Ziele und Anliegen, die Menschen. Die einen können revolutionär sein, die anderen können evolutionär sein, die dritten sind einfach Nazis usw. Die Menschen kann man doch nicht einfach auf &#8220;Kräfte&#8221; reduzieren. Mit was für einem kaputten Blick muss man da auf die Welt blicken?!Die Menge: Wenn aber Menschen Politik machen, dann reduzieren sie sich selbst auf nichts als &#8220;Kräfte&#8221;. Das ist die politische Form, in die Menschen dann treten.Trotzki (nachäffend): &#8220;Das ist die politische Form, in die Menschen dann treten.&#8221; - Das mag ja sein, dass das die politische Form ist, aber wir als wissenschaftliche Sozialisten, sollten das dann auch als Form benennen und ebenso sollten wir benennen, dass die konkreten Menschen in dieser Form nicht aufgehen bzw. das Aufgehen in dieser Form ist doch schon der Skandal. Ja, es wäre ja überhaupt erst zu erklären, wie jener Inhalt diese Form annimmt &#8230; Außerdem war das gar nicht der Punkt. Der Punkt ist nämlich: &#8220;Kräfte&#8221; ist so eine Abstraktion, dass es zu einer Erklärung des Staates nichts beiträgt. Kräfteverhältnisse gibt es ja auch im Kaninchenzüchterverein.Die Menge: Und was für welche!Trotzki: Genau! &#8230; Nehmen wir jetzt die Rede von der materiellen Verdichtung. Ja, gibt es denn auch eine nicht-materielle Verdichtung? Die Dichte ist doch schon eine Bestimmung der Materie &#8230;Die Menge: Ach komm! Ist das jetzt dein Ernst?Trotzki: Genossen, ich &#8230;Die Menge: Nee, also echt &#8230;Trotzki: Genossen! Ich mache euch doch nur darauf aufmerksam, dass es eine materielle Verdichtung von Verhältnissen nicht gibt und nicht geben kann. Ja wie sollen sich Verhältnisse denn verdichten? Werden sie immer dichter und dichter und dann - plopp! - sind sie zu Materie geworden, oder wie? Das ist doch ein Ausweis des Mangels dieser Theorie, dass sie sich in luftige Metaphern flüchten muss, die beim näheren Hinsehen auch noch unsinnig sind - und das alles nur, weil sie zu einem substantiellen Begriff des Staates nicht fähig ist. Ständig verfällt sie in Widersprüche, die dann mit solchen &#8220;Worten&#8221; überkleistert werden. So soll z.B. der Staat einerseits durch die Verhältnisse zwischen den Klassen bestimmt sein. Weil man aber sofort sieht, dass das nicht aufgehen kann, wird ihm kurzerhand eine Autonomie gegenüber diesen Verhältnissen zugesprochen, und zwar keine ganze sondern eine &#8220;relative&#8221;. &#8220;Relativ&#8221; zu was oder zu wem? - frage ich. &#8220;Relativ&#8221; ist doch schon wieder so ein Wörtchen, dass den Widerspruch verschleiern soll, dass der Staat gleichzeitig eine &#8220;Verdichtung&#8221; und autonom sein soll. Dass das nicht sein kann, sieht hoffentlich jeder von euch schon auf den ersten Blick.Paschka: Genosse Trotzki, ich kann dir versichern, dass der Rotgardist Petrowitsch auch dann in der Lage ist, autonom zu agieren, wenn er vollkommen dicht ist. Das kann jeder, der es wünscht, beinahe täglich bei uns auf der Wachstube beobachten.(Allgemeine gute Laune!)Trotzki: Paschka! Bist du wohl ruhig, du Schaitan. Dass dich dein Pferd tritt! &#8230; Genossen, ich muss nochmal darauf zurück kommen: Bereits Hegel schreibt in seiner &#8220;Wissenschaft der Logik&#8221; zum Begriff der &#8220;Kraft&#8221;, dass &#8230;Die Menge: Buh! Hör doch endlich auf mit deiner Theoriescheiße! Kennen wir! Haben wir schon gehört von deinem Hegel! Gleich kommt er uns auch noch mit Marx und Feuerbach! Doloi! Doloi!

Trotzki: Genossen! Genossen, seid doch mal ruhig, so geht das doch nicht! Genossin Pawlowa, mach doch bitte das Grammophon aus, um Gottes Willen! Und du Paschka, hör auf, Wassilij zu beißen … Ist mir egal, wer angefangen hat. … So. Genossen, was ich noch sagen wollte: In letzter Zeit gibt es auch in unseren Reihen einige, die einer neumodischen, gefährlichen und über alle Maßen widerwärtigen Irrlehre anhängen. Damit meine ich die Vorstellung vom Staat als einer materiellen Verdichtung von Kräfteverhältnissen.

Die Menge: Buh! Doloi! Doloi! (zu Deutsch: Weg damit!) Über alle Maßen widerwärtig ist das!

Trotzki: Genossen! Wie sagte schon Goethe: Denn eben wo Begriffe fehlen, da stellt ein Wort zur rechten Zeit sich ein …

Die Menge: Buh! Buh! Der Goethe! Der Goethe wieder! Diesen Goethe sollte man für solche Sätzchen - zack! - und ab nach Sibirien …

Trotzki: Genossen! Halt! Der Goethe, der hat doch Recht!

Die Menge: Achsooo …

Trotzki: Ja, ist denn das noch ein Begriff des Staates? Sind denn das mehr als nur Worte, die jeder nachzuplappern im Stande ist, ohne was von der Sache zu verstehen? Nehmen wir die Rede von den Kräfteverhältnissen. Was sollen denn das für Kräfte sein, die da in Verhältnisse treten? Das sind doch keine Kräfte! Das sind doch Menschen aus Fleisch und Blut, wie du und ich. Die haben verschiedene Ziele und Anliegen, die Menschen. Die einen können revolutionär sein, die anderen können evolutionär sein, die dritten sind einfach Nazis usw. Die Menschen kann man doch nicht einfach auf “Kräfte” reduzieren. Mit was für einem kaputten Blick muss man da auf die Welt blicken?!

Die Menge: Wenn aber Menschen Politik machen, dann reduzieren sie sich selbst auf nichts als “Kräfte”. Das ist die politische Form, in die Menschen dann treten.

Trotzki (nachäffend): “Das ist die politische Form, in die Menschen dann treten.” - Das mag ja sein, dass das die politische Form ist, aber wir als wissenschaftliche Sozialisten, sollten das dann auch als Form benennen und ebenso sollten wir benennen, dass die konkreten Menschen in dieser Form nicht aufgehen bzw. das Aufgehen in dieser Form ist doch schon der Skandal. Ja, es wäre ja überhaupt erst zu erklären, wie jener Inhalt diese Form annimmt … Außerdem war das gar nicht der Punkt. Der Punkt ist nämlich: “Kräfte” ist so eine Abstraktion, dass es zu einer Erklärung des Staates nichts beiträgt. Kräfteverhältnisse gibt es ja auch im Kaninchenzüchterverein.

Die Menge: Und was für welche!

Trotzki: Genau! … Nehmen wir jetzt die Rede von der materiellen Verdichtung. Ja, gibt es denn auch eine nicht-materielle Verdichtung? Die Dichte ist doch schon eine Bestimmung der Materie …

Die Menge: Ach komm! Ist das jetzt dein Ernst?

Trotzki: Genossen, ich …

Die Menge: Nee, also echt …

Trotzki: Genossen! Ich mache euch doch nur darauf aufmerksam, dass es eine materielle Verdichtung von Verhältnissen nicht gibt und nicht geben kann. Ja wie sollen sich Verhältnisse denn verdichten? Werden sie immer dichter und dichter und dann - plopp! - sind sie zu Materie geworden, oder wie? Das ist doch ein Ausweis des Mangels dieser Theorie, dass sie sich in luftige Metaphern flüchten muss, die beim näheren Hinsehen auch noch unsinnig sind - und das alles nur, weil sie zu einem substantiellen Begriff des Staates nicht fähig ist. Ständig verfällt sie in Widersprüche, die dann mit solchen “Worten” überkleistert werden. So soll z.B. der Staat einerseits durch die Verhältnisse zwischen den Klassen bestimmt sein. Weil man aber sofort sieht, dass das nicht aufgehen kann, wird ihm kurzerhand eine Autonomie gegenüber diesen Verhältnissen zugesprochen, und zwar keine ganze sondern eine “relative”. “Relativ” zu was oder zu wem? - frage ich. “Relativ” ist doch schon wieder so ein Wörtchen, dass den Widerspruch verschleiern soll, dass der Staat gleichzeitig eine “Verdichtung” und autonom sein soll. Dass das nicht sein kann, sieht hoffentlich jeder von euch schon auf den ersten Blick.

Paschka: Genosse Trotzki, ich kann dir versichern, dass der Rotgardist Petrowitsch auch dann in der Lage ist, autonom zu agieren, wenn er vollkommen dicht ist. Das kann jeder, der es wünscht, beinahe täglich bei uns auf der Wachstube beobachten.

(Allgemeine gute Laune!)

Trotzki: Paschka! Bist du wohl ruhig, du Schaitan. Dass dich dein Pferd tritt! … Genossen, ich muss nochmal darauf zurück kommen: Bereits Hegel schreibt in seiner “Wissenschaft der Logik” zum Begriff der “Kraft”, dass …

Die Menge: Buh! Hör doch endlich auf mit deiner Theoriescheiße! Kennen wir! Haben wir schon gehört von deinem Hegel! Gleich kommt er uns auch noch mit Marx und Feuerbach! Doloi! Doloi!

(Quelle: lenintrotsky, via goodbyepopkids)

„They think they are superior to me“ – Wenn Misogynie, Narzissmus und Aggression zusammentreffen.

bubizitrone:

In Gedenken an die Opfer vom 23. Mai 2014 in Isla Vista, Santa Barbara. Um diesem Gedenken gerecht zu werden, möchte ich ein paar Aspekte hervorheben, die sich nicht mit Diskussionen um den zivilen Zugang zu Waffen, die elterlichen Bemühungen oder Filmtätigkeiten des Täters beschäftigen.

Am 23. Mai 2014 ersticht ein 22jähriger Student drei seiner Mitbewohner in einem Wohnheim an der Universtität von Santa Barbara in Kalifornien, USA. Anschließend fährt er in seinem Auto in einen beliebten Boulevard der Stadt und erschießt im Fahren drei Menschen. Darunter zwei Studentinnen seines Campus, die einer Verbindung angehören. Diese beiden Opfer erschießt er gezielt. Wenigstens geht das aus einem 137 Seiten starken Dokument hervor, dass die „LA Times“ in den Tagen nach der Tat veröffentlicht hat. Dieses Dokument kann als Abschiedsbrief verstanden werden, da der Täter sich, nach dem er sechs Menschen ermordet hat, selbst erschießt. Er mailte die etlichen Absätze noch in der Nacht der Tat an einen Freund aus einem Body Building Forum, der Titel des Ganzen: „My twisted World: The Story of Elliot Rodger“. Wenn man die Kapitel liest wird hingegen deutlich, dass es eine Art „Manifest“ ist, das seine Tat als blutigen „Rachefeldzug“ am weiblichen Teil der Menschheit verstehen lässt.

Von den Rechten eines Mannes.

Bereits in den vergangenen Wochen hatte der Täter Elliott Rodger verschiedene Videos gedreht und online gestellt, in denen er sich beschwert, dass er in seinem Alter noch ohne sexuelle Erfahrungen ist und dass dies die Schuld der Frauen sei.

„You girls have never been attracted to me. I don’t know why you girls aren’t attracted to me but I will punish you all for it. It’s an injustice, a crime because I don’t know what you don’t see in me, I’m the perfect guy and yet you throw yourselves at all these obnoxious men instead of me, the supreme gentleman. I will punish all of you for it.“

„You think I’m unworthy of you. That’s I crime I can never get over. If I can’t have you girls, I will destroy you. [laughs] You denied me a happy life and in turn I will deny all of you life, it’s only fair.“

(Transkript verschiedener Videos)

Sein Gejammer sowie seine barbarischen Fantasien sich zu „rächen“ werden noch detaillierter und graphischer.

Vor einigen Wochen erfährt seine Mutter von den Videos und ruft die Polizei. Sieben Mann stark klopft sie an die Tür des Täters, fragt ob er Gedanken an Selbstmord hege. Der Täter ist seit längerer Zeit in psychologischer Behandlung. Er erklärt, dass es sich um ein Missverständnis handelt. Die Polizei hat den Eindruck, dass es dich bei dem 22jährigen Studenten um einen „höflichen, zuvorkommenden“ Mann handelt. Es findet keine Durchsuchung seines Zimmers statt – der Täter beschreibt in seinem “Manifest” wie erleichtert er darüber ist, da die Beamten sonst seine Waffen und Pläne entdeckt hätten.

Es ist nicht überraschend, dass der Täter in Foren der Männerrechtsbewegung aktiv war (von Business Insider flapsig als Forum für „sexuelle frustierte Männer“ bezeichnet) und diversen Youtube-Kanälen dieser Bewegung folgte (mehr dazu auf Daily Kos). In seinen Videos spricht der Täter von sich als „alpha male“, ein Ausdruck der sehr typisch für diese Männerrechtsbewegung ist (mehr zu der Szene in den USA gibt es hier). Mit diesem Wissen macht die gesamte Rhetorik der Frauenverachtung und der Sehnsucht nach Rache in seinen Videos Sinn und findet ihre logische Schlussfolgerung in seiner Selbstjustiz. Immer wieder tauchen die Begriffe „Ungerechtigkeit“ und „Verbrechen“ auf – in allen Beispielen, die er aus seinem Leben zitiert, ist er das Opfer, die Frauen (als abstraktes, über sexuelle Verfügbarkeit definiertes Objekt) die Übeltäter.

„My War on Women“.

Die Konsequenzen seiner misogynen Weltsicht formuliert er auf knapp 140 Seiten aus. Sein “Manifest” enthält also eine Art Transkription seiner Videos, seines Leidens und seines Verständnisses vom Wert von Frauen sowie seinem Sinn für Gerechtigkeit. Dieses Gemisch lässt einen schon zurück mit der Empfehlung den Mann zu einem Beratungsgespräch einzuladen. Hier mischen sich aber ganz offensichtlich Misogynie und Narzissmus: „They think they are superior to me“. Seine Äußerungen also ausschließlich seinen mentalen Zustand zurück zu führen, würde einen wichtigen Aspekt verkennen: die gesellschaftliche Einbettung. Der Täter wuchs in einer Gesellschaft auf in der es als normal gilt, dass Männer berechtigt sind die Aufmerksamkeit und den Sex von Frauen zu bekommen. Stichwort #rapeculture.

„The Second Phase will represent my War on Women. I will punish all females for the crime of depriving me of sex. They have starved me of sex for my entire youth, and gave that pleasure to other men. In doing so, they took many years of my life away.“

(Schreiben des Täters)

Ganz einsam ist die Misogynie als gesellschaftliche Komponente aber nicht, es kommt auch etwas Rassismus mit ins Spiel:

„How could an inferior, ugly black boy be able to get a white girl and not me? I am beautiful, and I am half white myself. I am descended from British aristocracy. He is descended from slaves. I deserve it more. (…) If this is actually true, if this ugly black filth was able to have sex with a blonde white girl at the age of thirteen while I’ve had to suffer virginity all my life, then this just proves how ridiculous the female gender is. They would give themselves to this filthy scum, but they reject ME? The injustice!“

(Schreiben des Täters)

Genau wegen solcher Äußerungen ist es unverantwortlich und gegenüber den Opfern auch dreist die Tatmotivation ausschließlich auf psychische Schwierigkeiten zu reduzieren. Um es noch einmal zu verdeutlichen: zu fragen, „warum habt ihr mich abgelehnt ich bin (charaklterwort hier)“ ist eine Sache, hier würde es ausschließlich um ein Problem der Psyche gehen (#Narzismus). Aber zu sagen, „ihr Frauen habt mich abgelehnt (#Kränkung), obwohl ihr mir zusteht (weil ihr Frauen seid und ich ein gut aussehender Mann bin), dafür aber mit anderen Männern schlaft“ ist nichts anderes als ein Verständnis von Frauen als (sexuell verfügbares) Objekt, das weniger wert ist als ein Mann, das ist #Misogynie.

Was sagen die Deutschen dazu?

In der deutschen Presselandschaft lässt sich bis gestern nichts zum Aspekt der Misogynie finden. Die „FAZ“ fokussiert sich auf die vermeintlichen Bemühungen der Eltern, die Tat zu verhindern sowie die Waffenauswahl des Täters, am Ende wird der maue Artikel mit einer Erinnerung an einen anderen Attentäter abgerundet, der ebenfalls Sohn eines bekannten Regiesseurs ist – wow, journalistische Glanzleistung. Das I-Tüpfelchen Gewaltbereitschaft unter Regie-Kindern zu vermuten bleibt leider aus. Der deutlich erkennbare Frauenhass wird nicht erwähnt. Die Mädchen wollten ihn halt nicht küssen, nunja. In der „Welt“ ist man ganz dreist und titelt „Sieben Opfer eines kranken Hirns“ – nicht nur, dass der Täter hier zum Opfer wird, nein, diese Gleichsetzung sowie die Ermordung von sechs Personen wird auch gleich mit mentaler Krankenheit legitimiert. Durchweg spricht „Die Welt“ (genauso wie der Täter) von Mädchen anstatt von Frauen. Dabei geht es um Personen Anfang Zwanzig. Einige Tage später erwähnt ein weiterer Artikel wenigstens diese Rhetorik. Auf „Stern.de“ beschäftigt man sich lieber damit, dass der Frauen hassende Täter, Sohn eines Hollywood-Regiesseurs ist. Noch niveauloser kommt FOCUS online daher und widmet sich dem „protzigen“ Leben des Täters bevor in einem weiteren Artikel ganz beiläufig und sorglos die Diagnose Autismus als Semi-Überschrift verwendet wird. Einzig die NZZ titelt als einziges deutschsprachiges Medium (was bei Google News auftaucht) „Aus Hass gegen Frauen sechs Menschen getötet“ geht im Artikel aber nicht weiter auf diesen Hass ein.

Nicht jeder Mann, aber jede Frau.

Einen Tag nach der Tat, einen Tag nach der weltweiten Berichterstattung, werden die Vorteile des social web einmal mehr deutlich. Auf Twitter entsteht ein neuer Hashtag, #YesAllWomen, der die Präsenz des Themas und vor allem die Frage danach aufzeigt, warum bisher das Thema Misogynie kaum in den Berichten auftaucht – insbesondere da sie im „twisted life“ des Täters den Plot beschreibt.

Nun berichten (oben erwähnte) Medien über den Hashtag, die vermeintliche Debatte auf Twitter und präsentieren beispielhaft einzelne Tweets (siehe oben). Es wäre ein sichere Wette zu sagen, dass das die einzige Widmung zum Thema bleibt. Und gleichzeitig wird auch hier der einzelne Tweet hervorgehoben anstatt zu fragen, ob es nicht etwas mit Werten zu tun hat, die (auch recht „kulturunabhängig“) weiterhin eine Ungleichwertigkeit zwischen den Geschlechtern zu Ungunsten der Frauen propagiert.